Schiedsrichter und Lehrarbeit
Keine Angst vor der Schiedsrichter-Lehrarbeit
Um Fußballschiedsrichter auszubilden oder weiterzubilden, muss man kein
Pauker sein. Im Laufe meiner langen Tätigkeit in Niedersachsen habe ich viele
Lehrwarte kennen gelernt, die ohne jegliche pädagogische Vorbildung das
Regelwerk interessant und effektiv vermittelten, und – man möge es mir verzeihen
- auch einige „studierte Kollegen”, bei denen Langeweile aufkam.
Was muss ein Schiri-Lehrwart wissen und können?
- Grundvoraussetzung ist natürlich, dass er das Regelwerk kennt; aber er muss
nicht alles wissen. Ein Lehrwart, der zugibt, etwas nicht zu wissen, wirkt
manchmal symphatischer als ein „Neunmalkluger”.
- Er muss die Interessen der Lernenden berücksichtigen: Ein Anwärterkurs darf
z.B. nicht mit der Regel 1 beginnen und mit der Regel 17 enden, vielmehr muss
die Regel 12 (Erlaubtes und verbotenes Spiel) im Mittelpunkt eines Lehrganges
stehen. (s. Lehrarbeit: „Der rote Faden”).
- Er muss Schwächen bei der Umsetzung der Regeln auf dem Spielfeld erkennen und
diese gezielt ansprechen (u.a. Auswertung der Beobachtungsbögen).
- Er sollte Medien (Transparente, Dias, Arbeitsblätter, Lernspiele, Videos)
einsetzen und dabei die Selbsttätigkeit der Lernenden fordern (also kein
Konsumieren!). Kleine Wettbewerbe können sehr reizvoll sein. (s. Lehrarbeit und
Lernmittelangebot)
- Bei der stets notwendigen Wiederholung der Regeln bringen
„Regellängsschnitte”* am meisten. Sie fördern zudem Einsichten in die
Zusammenhänge („Sinn und Geist”) des Regelwerkes. (s. z.B. Lehrarbeit :
„Strafgewalt des SR” oder „Vorteil”, „Die Uhr und die Fußballregeln”)
- Letztlich muss das Verhalten der Spielleiter geschult werden: Rollenspiele
können zu Problemlösungen beitragen. Die absolut beste Lehrmethode ist in diesem
Bereich die von mir erdachte „Spielleitungsanalyse” (s. Lernmittelangebot)
* Dieses Lernverfahren wird zu einem späteren Zeitpunkt ausführlich vorgestellt
Ubbo Voss - Ein Schiedsrichterlehrwart berät