Stress-Situationen für den Schiedsrichter (... und der Umgang damit)

Stress-Situationen

Kommen wir nun zu konkreten möglichen Stress-Situationen für den Spielleiter. Unter Anspannung und Belastung gerät er vor allem durch Proteste und durch Entscheidungen, die ein Spiel verändern oder sogar entscheiden können. Zu den Maßnahmen, die nahezu unvermeidlich für Widerspruch sorgen, gehören vor allem:

  • Strafstöße,
  • Feldverweise,
  • Freistöße in Tornähe,
  • knappe Abseits-Entscheidungen,
  • nicht gegebene Tore.

Besonders bei diesen heiklen Entscheidungen ist die ganze Persönlichkeit des Schiedsrichters gefragt und gefordert. Zum Fußballspiel gehören Emotionen – insofern sollte der Unparteiische nicht jede Reklamation als Angriff auf seine Person begreifen; vielmehr richten sich Proteste ja gegen seine Funktion. Solange sich der Protest in einem für seinen Maßstab erträglichen Rahmen hält, sollte der Referee ihm souverän begegnen, ruhig bleiben und vor allem ausstrahlen, dass er keinen Zweifel an der Richtigkeit seiner Entscheidungen hat.

Keinesfalls darf er vor protestierenden Spielern davonlaufen. Er sollte jedoch auch nicht herrisch wirken und mit übertriebener Gestik seine Maßnahmen unterstreichen – das kann unter ungünstigen Umständen provozierend auf die Spieler wirken und sich nachteilig auf den Spielverlauf auswirken. Hat der Schiedsrichter bei einer persönlichen Strafe einen Ermessensspielraum, sollte er abwägen, ob deren Wirkung eher mäßigend oder eher aufheizend sein wird. Deutliche Worte sind manchmal wirkungsvoller als eine Verwarnung.