Stress-Situationen für den Schiedsrichter (... und der Umgang damit)

... und der Umgang damit

Das zentrale Moment bei der Stressvermeidung, Stressvorbeugung und Stressbewältigung heißt: Kommunikation – verbal und non-verbal. Zur verbalen Kommunikation gehören z.B. das Ansprechen und Ermahnen der Spieler; zur non-verbalen beispielsweise Zeichen, Mimik, Gestik und Karten. Das gezielte Ansprechen der Spieler im Vorfeld zu erwartender Regelübertretungen zeigt, dass der Unparteiische nicht nur Karten zeigen kann, sondern diese nach Möglichkeit sogar vermeiden will. Auch ein nettes Wort oder ein Flachs zur rechten Zeit können die Atmosphäre auf dem Platz oft spürbar entspannen. Der Schiedsrichter sollte vermitteln, dass er nicht der Gegner der Spieler ist, sondern Sportler wie sie, und dass er keine Befriedigung bei Maßregelungen und Strafen empfindet.

Zu diesem Zweck können manchmal auch Maßnahmen sinnvoll sein, die für den Referee ein Kann darstellen, aber kein Muss sind. Dafür einige Beispiele:

  • Ein Zeichen an den Trainer oder den Spielführer, dass ein bereits verwarnter Spieler akut gelb-rot-gefährdet ist. Wird dieser Spieler daraufhin ausgewechselt, bleibt dem Unparteiischen ein möglicher Platzverweis erspart – also auch der damit verbundene Stress.

  • Wenn der Torwart wiederholt den Ball bis an die zeitliche Schmerzgrenze hält, kann ein (kaum bemerkter) Hinweis an den Spielführer (oder den Torwart selbst) dafür sorgen, dass ein heikler indirekter Freistoß nicht gegeben werden muss.

  • Ein beiläufiger Tipp an den Spielführer, dass dieser oder jener Spieler Probleme macht oder der Trainer den Spielablauf stört, kann besänftigend wirken und Verwarnungen sowie Feld- und Tribünenverweisen vorbeugen.

  • Die Namen der Spieler vom Spielbericht auf die Spielnotizkarte übertragen. Spieler, die (etwa bei Ermahnungen) namentlich angesprochen werden, dürften über ihren Bekanntheitsgrad staunen und sich im weiteren Verlauf des Spiels stärker zurückhalten.